05.07.2001 Pressestimmen zu Nuits-Weiss wie Lilien (BIS)

NUITS – Weiss wie Lilien
WDR 3 Hörproben (Sendemanuskript 05.07.2001)
... [D]a gibt es eine fabelhafte Interpretation Nuits... von Iannis Xenakis ... mit einer solchen rhythmischen und klanglichen Perfektion dargeboten, dass man keinen Moment an dem tieferen Sinn dieses Komponierens zweifelt ... Man ist zunächst fasziniert von der interpretatorischen Leistung ... . Diese CD, die ich von A bis Z faszinierend und begeisternd finde, ... könnte auch Skeptiker interessieren, die sich ansonsten weniger für gesungene Avantgarde erwärmen können.

The Observer (19.08.2001)
("CD of the week") From the very opening sounds that emanate from this staggering CD, the listener realises that Schola Heidelberg, under the diligent direction of Nussbaum, is a choral ensemble capable of performing music that takes the human voice to the brink of recognition. Two eerily ambient works start and end this miraculous journey: Hosokawa's broording Ave Maria and Ligeti's tireless apogee of beautifully sustained meditation Lux aeterna (...); en route some of the most astonishing choral works to have been composed in the last 50 years. The two exceptions are Webern's Drei Lieder (1925) and his Zwei Lieder (1926), which, despite predating the remaining compositions on this recording by at least 25 years, remain fresh with their pitpoint orchestrations.

Frankfurter Allgemeine Zeitung (04.01.02)
... Diese musikalische Visitenkarte konzentriert sich, anders als etliche Konzertprogramme des Ensembles, nicht auf wenig bekannte Namen, sondern überwiegend auf feste Größen der zeitgenössischen Musik ... . Indes beeindruckt es, wie das Ensemble alles dafür tut, sie vor der einst von Eisler beschworenen 'durchschlagenden Wirkungslosigkeit der Klassiker' zu bewahren. Ligetis berühmte Klangkomposition "Lux aeterna" etwa klingt feiner und klarer, "Nuits" von Xenakis schärfer, energischer und suggestiver als in den meisten bisherigen Interpretationen. Dies gilt nicht minder auch für Schönbergs rätselhaft schlichten hebräischen Psalm "De profundis", der hier ohne jede Schwerfälligkeit oder aufgesetztes Pathos realisiert wird. Gerade hier kommt die Erfahrung des Ensembles mit späterer, noch viel heiklerer Musik zugute. Dasselbe läßt sich über die sehr suggestive Wiedergabe der kurzen "Two Settings after Poems by William Blake" von René Leibowitz sagen, einer echten diskographischen Rarität. ... Doch ihre Qualität spielt die SCHOLA HEIDELBERG vielleicht dann am stärksten aus, wenn der Intensivierung von Texten ein großes, hochdifferenziertes Spektrum geflüsterter, gesprochener oder gesungener Gestaltungen dient, so vor allem in den "Deutschen Tänzen" von Cornelius Schwehr. Hierzu gehören, in der Nachfolge von Vokalwerken Lachenmanns oder Schnebels, Aus- und Einatmen, Pfeifen, Glucksen im Hals, Zungenschnalzer und Stimmbandknarren. ... Das Ensemble erweist sich in Stücken wie diesem als besonders sensibel auf dem Terrain des unsicher Tastenden oder bloß Andeutenden, sprachmächtig im Umgang mit Momenten von Sprachlosigkeit.

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