01.10.2008 Fremd und vertraut - alt und neu

Donnerstag, 23. Oktober 2008, 20 Uhr, Heidelberg, Kunstverein
Samstag, 25. Oktober 2008, 19.00 Uhr, Mülheim/Ruhr, Petrikirche

Programm und Ausführende:
Nigel Osborne: Naturtöne/Abschied (2008)
Giovanni P. da Palestrina: Super flumina Babylonis
Michelangelo Rossi: Madrigale
Carlo Gesualdo di Venosa: Miserere
Matthias Kaul: Fremd, bestimmt* - Ausschnitte und Kommentare
(UA am 25. 10. 2008 in Mülheim/Ruhr)
*Auftragswerk des Festival “Utopie jetzt!”

SCHOLA HEIDELBERG
Leitung: Walter Nußbaum

Zum Programm der SCHOLA HEIDELBERG:

Alt und Neu – Fremd und Vertraut
Die Erfahrung von Einsamkeit in der Fremde und des Neuen als das Fremde stehen im Mittelpunkt des Konzerts „Alt und neu“ am 23. Oktober mit der SCHOLA HEIDELBERG unter Leitung von Walter Nußbaum.

Fremdsein und bestimmt werden von Anderen, damit beschäftigt sich das neue Werk von Matthias Kaul „fremd, bestimmt“ für 8 Vokalisten mit Mundlautsprechern. Grundlage des Werkes bilden Texte und bildnerische Arbeiten verschiedener Autoren der Sammlung Prinzhorn in Heidelberg. Die in den Texten fortwährend präsenten inneren Stimmen finden ihre Umsetzung in der Musik durch Hinzunahme der Mundlautsprecher, die als Fremdstimme oder Zweitstimme fungieren. – Fremdbestimmung ist auch das Thema von Nigel Osbornes „Naturtöne/Abschied“. Hier bestimmt die Krankheit über einen Menschen, der sich sehnsüchtig an die Zeit vor der Krankheit erinnert. Musikalisch drückt Osborne dies durch harmonische „Fenster“ innerhalb der neuen Klänge aus.
Die Situation des Volkes Israel in der Fremde, das sich am Fluss von Babylon an die Heimat erinnert, ist Gegenstand des Werkes von Palestrina. – Musikalisch fremd erscheint die Chromatik in der alten Musik von Michelangelo Rossi. Scheinbar Vertrautes, das fremd klingt. Das Programm schließt mit einem Bittgebet von Carlo Gesualdo di Venosa.

Zum Festival „Utopie jetzt!“
>>FREMDE NEUE WELT<<
„Utopie jetzt!“ heißt das stetig wachsende Festival für Neue Musik in der Petrikirche in Mülheim an der Ruhr. In jedem zweiten Herbst rückt es die Auseinandersetzung mit und das Erleben von Neuer Musik im Raum Kirche in den Mittelpunkt.
Im Zentrum der 8. Ausgabe von „Utopie jetzt!“ im Jahr 2008 stehen fünf Konzerte am Wochenende des 24. bis 26. Oktober mit dem Thema „Fremde neue Welt“. Schon zum zweiten Mal gestaltet der WDR Rundfunkchor Köln das Eröffnungskonzert am Freitag Abend in der Petrikirche, in diesem Jahr mit einem „Kanon der Kulturen“.
Eine „fremde neue Welt“ zeigt auch der Samstag auf, der einen facettenreichen Bogen von Dieter Schnebels „Harley-Davidson“-Stück mit Motorrädern über die Uraufführung der „Utopie jetzt!“-Auftragskomposition von Matthias Kaul mit der Schola Heidelberg bis hin zum nächtlichen Auftritt des Mädchenchores am Essener Dom spannt. Hans Zenders Sicht der Schubertschen „Winterreise“ nimmt den Zuhörer im abschließenden Konzert am Sonntag mit auf die Reise in die Fremde.
Zeitlich und thematisch gruppieren sich um das „Utopie jetzt!“-Konzertwochenende herum Werkstätten für Dirigenten, Organisten und Schüler sowie Vorträge, Einführungsgespräche und persönliche Begegnungen mit Musikern und Komponisten, darunter Matthias Kaul, Dieter Schnebel und Hans Zender. Pressemeldung als Download (PDF)

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