26.05.2009 Paul van Nevel zu Gast beim KlangForum Heidelberg
Paul van Nevel zu Gast beim KlangForum HeidelbergSonntag, 21. Juni 2009, 19 Uhr
Schwetzingen, Schlosskirche
Montag, 22. Juni 2009, 20 Uhr
Heidelberg, Providenz-Kirche
Die Aufführung von Musik ist mehr als die Entschlüsselung des Notentextes. Sie bedeutet, die Musik neben dem Wissen um spezifische Spiel- und Singtechniken sowie künstlerische Gestaltungsmittel in ihrem jeweiligen zeitlichen Umfeld anzusiedeln.
Von einer solchen genauen Kenntnis der spezifischen Aufführungspraxis zeugen die Interpretationen von Paul van Nevel und Walter Nußbaum: van Nevel als Spezialist der Musik des Mittelalters und der Renaissance, Walter Nußbaum als Kenner der Zeitgenössischen Musik.
Van Nevel, flämischer Musikwissenschaftler, Dirigent und Begründer des Huelgas Ensembles forscht und recherchiert seit mehr als 30 Jahren in Bibliotheken nach unbekanntem Repertoire vergessener Komponisten. Dabei machte er einige sensationelle Entdeckungen. Seine Interpretationen beweisen, dass er sich nicht nur die alte Notation von Text und Musik zu Eigen macht, sondern die Musik stets auch im Zusammenhang ihrer Entstehungszeit sieht. Was van Nevel in der Alten Musik jenseits des eigentlichen Notentextes erspürt, dem geht Walter Nußbaum in seinen Interpretationen Neuer Musik nach. In den letzten Jahren brachte er eine Vielzahl zeitgenössischer Werke mit dem 1992 gegründeten Vokalensemble SCHOLA HEIDELBERG zur Uraufführung, oftmals in direktem Kontakt mit den Komponisten.
Ein Konzert des KlangForum Heidelberg e.V. stellt die musikalische Arbeit der beiden Spezialisten gegenüber. Mit van Nevel erarbeitet die SCHOLA HEIDELBERG Werke der Renaissance von Agricola, Gombert und De Wert, mit Nußbaum bringt sie Johannes Kalizkes Werk -inn Stufender sonderung zur Aufführung, entstanden 2008 im Auftrag des WDR für die Wittener Tage für Neue Kammermusik.
Paul van Nevel und Walter Nußbaum. Beide gehen sie mit genauster Kenntnis der Aufführungspraxis an die Interpretationen der Alten bzw. Neuen Musik heran und fordern das Publikum auf, sich auf ein meist unbekanntes Repertoire einzulassen.
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